Der durchschnittliche Pachtpreis für Ackerland in Deutschland liegt bei rund 357 Euro pro Hektar und Jahr (Stand 2023, Destatis). Die Spannweite zwischen den Bundesländern ist erheblich: Schleswig-Holstein führt mit 580 €/ha, Brandenburg bildet das Schlusslicht mit 168 €/ha. Diese Seite gibt einen vollständigen Überblick über alle 16 Bundesländer mit Mittelwerten, Spannen und den wichtigsten Einflussfaktoren.
Zusammenfassung
- Bundesweiter Schnitt: 357 €/ha (Destatis 2023). Pacht hat sich seit 2010 um rund 47 % erhöht.
- Top 3: Schleswig-Holstein (580 €/ha), Niedersachsen (544 €/ha), Nordrhein-Westfalen (508 €/ha).
- Bottom 3: Brandenburg (168 €/ha), Saarland (175 €/ha), Rheinland-Pfalz (194 €/ha).
- Spitzenregionen: Marsch (SH), Veredelungsregion Vechta-Cloppenburg (NI), Magdeburger Börde (ST), Gäuboden (BY), bis zu 900 €/ha.
- Treiber: Bodenqualität (EMZ), Veredelungsdichte, Energie-Konkurrenz (PV/Biogas), regionale Pachtmarktstruktur.
Pachtpreise Ackerland nach Bundesländern (Vergleich)
Die folgende Tabelle zeigt die durchschnittlichen Pachtpreise für Ackerland in allen 16 Bundesländern. Klick auf das Bundesland führt zur ausführlichen Detailseite mit Regionalvergleich, FAQ und Pachtpreis-Rechner.
| Bundesland | Ø Pacht Ackerland | Spanne | Detail |
|---|---|---|---|
| Schleswig-Holstein | 580 €/ha | 350–990 €/ha | Details » |
| Niedersachsen | 544 €/ha | 330–920 €/ha | Details » |
| Nordrhein-Westfalen | 508 €/ha | 310–860 €/ha | Details » |
| Bayern | 415 €/ha | 250–700 €/ha | Details » |
| Bremen | 405 €/ha | 250–690 €/ha | Details » |
| Hamburg | 389 €/ha | 240–660 €/ha | Details » |
| Sachsen-Anhalt | 316 €/ha | 190–540 €/ha | Details » |
| Mecklenburg-Vorpommern | 289 €/ha | 180–490 €/ha | Details » |
| Baden-Württemberg | 274 €/ha | 170–470 €/ha | Details » |
| Sachsen | 236 €/ha | 140–400 €/ha | Details » |
| Thüringen | 220 €/ha | 130–370 €/ha | Details » |
| Hessen | 216 €/ha | 130–370 €/ha | Details » |
| Berlin | 198 €/ha | 120–340 €/ha | Details » |
| Rheinland-Pfalz | 194 €/ha | 120–330 €/ha | Details » |
| Saarland | 175 €/ha | 110–300 €/ha | Details » |
| Brandenburg | 168 €/ha | 100–290 €/ha | Details » |
Werte: Destatis Agrarstrukturerhebung 2023, statistische Landesämter und eigene Markterhebungen über Flächenmakler.de.
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Jetzt Pachtpreis berechnenWas beeinflusst den Pachtpreis für Ackerland?
Pachtpreise für Ackerland sind das Ergebnis aus mehreren, oft regional sehr unterschiedlich gewichteten Faktoren:
- Bodenqualität (Bodenpunkte / Ertragsmesszahl EMZ): Böden mit EMZ über 70 (Magdeburger Börde, Gäuboden) erzielen oft das Doppelte der Pacht von leichten Böden (EMZ unter 30, Lausitz, Bayerischer Wald).
- Veredelungsdichte: Regionen mit hoher Tierhaltung (Vechta, Cloppenburg, Emsland, Münsterland) haben Pacht-Spitzen, weil Landwirte zusätzliche Fläche für Gülle-Verwertung benötigen.
- Energie-Konkurrenz: Photovoltaik-Betreiber zahlen 3.500–6.000 €/ha, Biogas-Betreiber 600–900 €/ha. Das treibt die landwirtschaftliche Pacht in der Nähe.
- Bodenrichtwerte / Kaufpreise: Wo Ackerland teuer ist (50.000–100.000 €/ha), folgen die Pachten entsprechend.
- Schlaggröße und Erschließung: Große, gut zugeschnittene Schläge sind effizienter zu bewirtschaften und erzielen höhere Pachten pro Hektar.
- Pachtvertragsdauer und Form: Lange Verträge (12+ Jahre) führen oft zu günstigeren Preisen pro Hektar; Kurzpachten sind teurer.
Regionen mit den höchsten Pachtpreisen für Ackerland
Innerhalb der Bundesländer gibt es regionale Spitzen, die deutlich über dem Bundesland-Mittel liegen:
- Marsch / östliches Hügelland (Schleswig-Holstein): 700–900 €/ha, böden mit EMZ bis 85.
- Vechta, Cloppenburg, Emsland (Niedersachsen): 700–900 €/ha, Veredelungsregion.
- Niederrhein, Kölner Bucht, Soester Börde (NRW): 650–850 €/ha, Bördeböden.
- Magdeburger Börde, Köthen (Sachsen-Anhalt): 450–650 €/ha, Schwarzerde, EMZ bis 90.
- Gäuboden, Donaumoos, Dungau (Bayern): 600–800 €/ha, Lehmböden im Tertiärhügelland.
- Leipziger Tieflandsbucht (Sachsen): 350–480 €/ha, Schwarzerde-Region.
Entwicklung der Pachtpreise für Ackerland
Die Pacht für Ackerland in Deutschland ist seit der Jahrtausendwende deutlich gestiegen. Wichtige Eckpunkte (Bundesschnitt, Destatis):
- 2007: 199 €/ha
- 2010: 243 €/ha
- 2013: 288 €/ha
- 2016: 320 €/ha
- 2020: 343 €/ha
- 2023: 357 €/ha
Das entspricht einem Anstieg um rund 80 % seit 2007. Treiber: Flächenknappheit (Verlust von täglich 50–60 ha Landwirtschaftsfläche durch Siedlung und Verkehr), Konkurrenz durch erneuerbare Energien sowie steigende Bodenrichtwerte und Investoren-Nachfrage.
Häufige Fragen zu Pachtpreisen für Ackerland
Wie hoch ist der Pachtpreis für Ackerland in Deutschland?
Der durchschnittliche Pachtpreis für Ackerland in Deutschland liegt bei rund 357 Euro pro Hektar und Jahr (Stand 2023, Destatis). Spitzenreiter sind Niedersachsen (544 €/ha) und Schleswig-Holstein (580 €/ha); am unteren Ende stehen Brandenburg (168 €/ha) und Saarland (175 €/ha).
In welchem Bundesland ist die Ackerland-Pacht am höchsten?
Schleswig-Holstein (580 €/ha) und Niedersachsen (544 €/ha) führen das Bundesländer-Ranking an. Ursachen sind die Marschböden der Westküste in Schleswig-Holstein und die hohe Veredelungsdichte (Schweine, Geflügel) in Niedersachsen, vor allem in Vechta, Cloppenburg und im Emsland.
Wo ist Ackerland am günstigsten zu pachten?
Brandenburg (168 €/ha) und Saarland (175 €/ha) haben die niedrigsten Pachten. Gründe: sandige Böden und hohe Photovoltaik-Konkurrenz in Brandenburg, kleine Strukturen und geringe Marktfrucht-Eignung im Saarland.
Wie hat sich der Pachtpreis für Ackerland entwickelt?
Die durchschnittliche Pacht für Ackerland in Deutschland ist seit 2010 von 243 €/ha auf 357 €/ha gestiegen, ein Anstieg um rund 47 % in 13 Jahren. Ursachen sind Flächenknappheit, Konkurrenz durch Photovoltaik und Biogas sowie steigende Bodenrichtwerte.
Wie kann ich den Pachtpreis für mein Ackerland ermitteln?
Der individuelle Pachtpreis hängt von Bodenpunkten (EMZ), Lage, Schlaggröße und Vertragsdauer ab. Eine schnelle Einschätzung liefert unser Pachtpreis-Rechner. Für eine präzise Bewertung empfiehlt sich ein unverbindliches Gutachten über Flächenmakler.de.
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Stand der Daten: 11. Mai 2026
Quellen:
- Statistisches Bundesamt (Destatis), Agrarstrukturerhebung 2023, Tabelle "Pachtentgelte".
- Statistische Landesämter aller 16 Bundesländer.
- Eigene Markterhebungen über Flächenmakler.de, regionale Pacht- und Kaufpreise.
Hinweis: Die genannten Werte sind Mittel- und Spannenwerte. Der individuelle Pachtpreis hängt von Bodenpunkten, Schlaggröße, Lage und Vertragsdauer ab.